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Teleskopschiene zu kurz für den Auszugsweg – welche Optionen gibt es?

Sebastian Jurek ·
Teleskopschiene „AIR Motion" ausgezeichnet mit dem Interzum Award „Best of the Best"

Wer eine Teleskopschiene plant und dann feststellt, dass der Auszugsweg nicht ausreicht, steht vor einem häufigen, aber gut lösbaren Problem. Ob bei der Entwicklung eines Werkstattwagens, eines Industrieregals oder einer Sondermaschine: Die richtige Schienenlänge und der passende Auszugstyp sind wichtige Faktoren für eine funktionierende Konstruktion. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Thema Teleskopschiene zu kurz und zeigen Ihnen, welche Optionen Sie haben.

Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Wege, den Auszugsweg zu vergrößern oder von Anfang an die richtige Schiene zu wählen. Von der Wahl des richtigen Auszugstyps bis hin zur Berechnung des tatsächlich benötigten Weges erhalten Sie hier konkrete Antworten.

Warum ist eine Teleskopschiene zu kurz für den Auszugsweg?

Eine Teleskopschiene ist zu kurz für den Auszugsweg, wenn Schienenlänge und Auszugstyp nicht zum tatsächlichen Platzbedarf der Anwendung passen. Der häufigste Grund: Die Schienenlänge entspricht zwar dem verfügbaren Einbauraum, aber der gewählte Auszugstyp gibt nicht den vollen Weg frei, den das ausgezogene Element benötigt.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Verwechslung von Schienenlänge und Auszugsweg. Die Schienenlänge beschreibt die Länge der montierten Schiene im geschlossenen Zustand. Der Auszugsweg hingegen ist die Strecke, die das bewegliche Element tatsächlich zurücklegen kann. Diese beiden Maße unterscheiden sich je nach Auszugstyp. Wer das nicht berücksichtigt, wählt im Zweifel eine Schiene, die im eingebauten Zustand schlicht zu wenig Weg freigibt.

Was ist der Unterschied zwischen Teilauszug, Vollauszug und Überauszug?

Der Unterschied zwischen Teilauszug, Vollauszug und Überauszug liegt im erreichbaren Auszugsweg im Verhältnis zur Schienenlänge. Beim Teilauszug wird das bewegliche Element nur teilweise herausgezogen, beim Vollauszug vollständig bis zur vollen Schienenlänge, und beim Überauszug wird sogar über die Schienenlänge hinaus ausgezogen.

Teilauszug

Beim Teilauszug erreicht das ausgezogene Element nicht die volle Schienenlänge. Der Auszugsweg beträgt typischerweise 70 bis 80 Prozent der Schienenlänge. Diese Variante eignet sich, wenn der Zugang zu einem Bereich ausreicht, ohne das Element vollständig herauszuziehen, zum Beispiel bei Schubladen, bei denen der hintere Bereich erreichbar bleibt.

Vollauszug

Der Vollauszug ermöglicht einen Auszugsweg, der der Schienenlänge entspricht. Das bewegliche Element lässt sich vollständig aus dem Einbauraum herausziehen. Das ist die am häufigsten verwendete Variante in Industrie und Handwerk, da sie einen vollständigen Zugang zur Schublade oder zum Einschub bietet.

Überauszug

Der Überauszug geht über die Schienenlänge hinaus. Der Auszugsweg überschreitet die montierte Schienenlänge; das bedeutet, dass das ausgezogene Element weiter herausgezogen werden kann, als die Schiene lang ist. Das ist besonders nützlich, wenn tief liegende Inhalte vollständig zugänglich sein müssen oder der Einbauraum begrenzt ist.

Wie lässt sich der benötigte Auszugsweg korrekt berechnen?

Den benötigten Auszugsweg berechnen Sie, indem Sie die Länge des ausgezogenen Elements messen und dann prüfen, wie weit es herausgezogen werden muss, damit alle relevanten Bereiche zugänglich sind. Der Auszugsweg entspricht der Strecke vom geschlossenen Zustand bis zur gewünschten offenen Position.

Für die Praxis empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Messen Sie die Tiefe des Einbauraums (zum Beispiel die Tiefe des Schranks oder Gehäuses).
  2. Bestimmen Sie, wie weit das Element herausgezogen werden muss, damit es vollständig zugänglich ist.
  3. Wählen Sie den Auszugstyp entsprechend: Vollauszug, wenn der Weg der Schienenlänge entsprechen soll, Überauszug, wenn er darüber hinausgehen muss.
  4. Berücksichtigen Sie Montagetoleranzen und eventuelle Hindernisse im Auszugsbereich.

Ein häufiger Fehler ist, den Auszugsweg mit der Schienenlänge gleichzusetzen, ohne den Auszugstyp zu berücksichtigen. Wer einen Vollauszug mit einer Schienenlänge von 500 mm wählt, erhält einen Auszugsweg von rund 500 mm. Wer jedoch einen Teilauszug wählt, kommt mit derselben Schienenlänge nur auf etwa 350 bis 400 mm Auszugsweg.

Welche Optionen gibt es, wenn der Auszugsweg vergrößert werden muss?

Wenn der Auszugsweg vergrößert werden muss, gibt es drei konkrete Optionen: eine längere Schiene wählen, auf einen Vollauszug wechseln oder einen Überauszug einsetzen. Welche Option passt, hängt vom verfügbaren Einbauraum und dem benötigten Auszugsweg ab.

Im Einzelnen:

  • Längere Schiene wählen: Wenn der Einbauraum es zulässt, ist eine längere Schiene die einfachste Lösung. Eine längere Schiene gibt bei gleichem Auszugstyp mehr Weg frei.
  • Vom Teilauszug auf Vollauszug wechseln: Wenn die Schienenlänge nicht geändert werden kann, aber mehr Weg benötigt wird, ist der Wechsel vom Teilauszug auf einen Vollauszug eine sinnvolle Option.
  • Überauszug einsetzen: Wenn auch der Vollauszug nicht genug Weg bietet oder der Einbauraum begrenzt ist, ermöglicht ein Überauszug einen Auszugsweg, der die Schienenlänge übersteigt.

In manchen Fällen lässt sich auch die Montageposition der Schiene anpassen, um mehr Auszugsweg zu gewinnen. Das setzt jedoch voraus, dass die Konstruktion diese Flexibilität zulässt.

Wann ist ein Überauszug die richtige Wahl?

Ein Überauszug ist die richtige Wahl, wenn der benötigte Auszugsweg die verfügbare Schienenlänge übersteigt oder wenn tief liegende Inhalte vollständig zugänglich sein müssen, ohne den Einbauraum vergrößern zu können. Typische Anwendungsbeispiele sind Werkzeugschubladen, Maschineneinschübe und Servicemöbel.

Konkret empfiehlt sich ein Überauszug in folgenden Situationen:

  • Der Einbauraum ist begrenzt, aber der Inhalt muss vollständig zugänglich sein.
  • Schwere Werkzeuge oder Baugruppen müssen vollständig aus einem tiefen Schrank oder Gehäuse herausgezogen werden.
  • Die Konstruktion erfordert, dass das ausgezogene Element weit genug herausragt, um bequem bedient oder bestückt werden zu können.
  • Fahrzeugaufbauten oder mobile Servicestationen, bei denen der Platz im Fahrzeug begrenzt ist, aber ein vollständiger Zugang zur Ausrüstung gefragt ist.

Wichtig: Bei einem Überauszug wirken höhere Hebelkräfte auf die Schiene, da das ausgezogene Element weiter auskragt. Das beeinflusst die tatsächlich nutzbare Traglast. Achten Sie deshalb immer auf die Herstellerangaben zur Traglast bei bestimmungsgemäßem Einbau gemäß Montageanleitung.

Welche Materialien und Tragkräfte sind bei längeren Schienen verfügbar?

Längere kugelgelagerte Teleskopschienen sind in den Werkstoffen verzinkter Stahl, Aluminium und Edelstahl erhältlich. Die erreichbaren Tragkräfte hängen von Material, Schienenprofil und Einbausituation ab und reichen bei bestimmungsgemäßem Einbau gemäß Montageanleitung bis in den Schwerlastbereich.

Die Materialwahl hat direkten Einfluss auf Einsatzbereich und Tragfähigkeit:

  • Verzinkter Stahl: Robuste Standardlösung für allgemeine Industrie- und Handwerksanwendungen. Bietet hohe Tragkräfte bei gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Aluminium: Leichter als Stahl, geeignet für Anwendungen, bei denen das Eigengewicht der Schiene eine Rolle spielt, zum Beispiel im Fahrzeugbau.
  • Edelstahl: Korrosionsbeständig und hygienisch, ideal für feuchte Umgebungen, Lebensmittelverarbeitung, Medizintechnik, Gastronomie und maritime Anwendungen.

Bei langen Schienen und hohen Traglasten ist die Steifigkeit des Profils besonders wichtig. Längere Schienen neigen bei hoher Belastung stärker zur Durchbiegung. Eine fachgerechte Auslegung und die Einhaltung der Montageanleitung sind daher bei längeren Schienen noch wichtiger als bei Standardlängen.

Wie SCHOCK® Sie bei der Wahl der richtigen Teleskopschiene unterstützt

Ob zu kurzer Auszugsweg, begrenzter Einbauraum oder hohe Traglastanforderungen: Wir von SCHOCK® bieten Ihnen ein breites Sortiment an kugelgelagerten Teleskopschienen „Made in Europe", das genau für diese Herausforderungen entwickelt wurde. Unser Programm deckt alle relevanten Auszugstypen und Anforderungen ab:

  • Teilauszüge, Vollauszüge und Überauszüge für jeden Anwendungsfall
  • Schienenlängen bis 3.000 mm und Tragkräfte bis 2.500 kg bei bestimmungsgemäßem Einbau gemäß Montageanleitung
  • Werkstoffe in verzinktem Stahl, Aluminium und Edelstahl
  • Zusatzfunktionen wie Dämpfung und Verriegelung
  • OEM-Lösungen und individuelle Anpassungen für Maschinenbau, Fahrzeugausbau und Sonderkonstruktionen

Sprechen Sie uns an und schildern Sie uns Ihre Anforderungen. Wir helfen Ihnen, die passende Schiene für Ihren Auszugsweg zu finden, und stellen sicher, dass Sie mit der richtigen Lösung starten.

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