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Was ist der Unterschied zwischen Vollauszug und Teilauszug?

Sebastian Jurek ·
Teleskopschiene „AIR Motion" ausgezeichnet mit dem Interzum Award „Best of the Best"

Wer Teleskopschienen für industrielle Anwendungen auswählt, steht früher oder später vor einer grundlegenden Entscheidung: Vollauszug oder Teilauszug? Beide Varianten gehören zur Familie der kugelgelagerten Teleskopschienen, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Funktion, ihrem Einsatzbereich und ihren technischen Eigenschaften. Die richtige Wahl hat direkten Einfluss auf Ergonomie, Sicherheit und Langlebigkeit der gesamten Konstruktion.

Ob im Maschinenbau, in der Fahrzeugtechnik oder im Werkzeugbau: Teleskopschienen sind ein zentrales Bauteil für zuverlässige Auszugslösungen. In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Unterschiede zwischen Vollauszug und Teilauszug, damit Sie die optimale Lösung für Ihre Anwendung finden.

Wie unterscheiden sich Teleskopschienen mit Vollauszug und Teilauszug voneinander?

Der wesentliche Unterschied liegt im Auszugshub: Ein Vollauszug ermöglicht es, die innere Schiene vollständig aus der äußeren Schiene herauszuziehen, sodass der gesamte Schienenkörper zugänglich wird. Ein Teilauszug hingegen lässt nur einen begrenzten Hub zu, bei dem die innere Schiene nicht vollständig herausgezogen werden kann und stets ein Teil in der äußeren Schiene verbleibt. Beim Teilauszug beträgt der nutzbare Hub typischerweise 50 bis 75 Prozent der Schienenlänge, während der Vollauszug 100 Prozent Hub und damit maximale Zugänglichkeit bietet.

Wie funktionieren Vollauszug und Teilauszug technisch?

Beide Schienensysteme basieren auf dem Prinzip der Kugelführung: Kugeln oder Kugelkäfige rollen zwischen den Schienenprofilen und ermöglichen eine reibungsarme, präzise Linearbewegung. Der technische Unterschied liegt in der Anzahl der Schienen und in der Ausführung des Anschlagsystems, das den maximalen Hub begrenzt.

Aufbau des Teilauszugs

Ein Teilauszug besteht in der Regel aus zwei Schienenprofilen, zwischen denen ein Kugelkäfig läuft. Das Anschlagsystem ist so konstruiert, dass die innere Schiene an einem bestimmten Punkt gestoppt wird, bevor sie vollständig aus der äußeren Schiene gleitet. Dieser einfachere Aufbau macht den Teilauszug oft kompakter und kostengünstiger.

Aufbau des Vollauszugs

Vollauszüge bestehen häufig aus drei Schienenprofilen, also einer äußeren, einer mittleren und einer inneren Schiene, die ineinandergreifen. Durch diese Dreiteiligkeit kann die innere Schiene vollständig herausgezogen werden, ohne die Führung zu verlieren. Das Ergebnis ist ein Hub, der der Einbaulänge der Schiene entspricht. Zusätzliche Funktionen wie Selbsteinzug, Dämpfung oder Verriegelung lassen sich in beide Systeme integrieren.

Wann sollte man einen Vollauszug statt eines Teilauszugs wählen?

Ein Vollauszug ist dann die richtige Wahl, wenn ein vollständiger Zugang zum Inhalt einer Schublade oder eines Fachs erforderlich ist, zum Beispiel bei Werkzeugwagen, Servicemöbeln, Maschinenverkleidungen oder Fahrzeugausbauten. Überall dort, wo Gegenstände ganz vorne und ganz hinten im Fach erreichbar sein müssen, ist der Vollauszug klar im Vorteil.

Der Teilauszug ist dagegen ausreichend, wenn der vordere bis mittlere Bereich eines Fachs regelmäßig genutzt wird und der hintere Bereich selten oder gar nicht zugänglich sein muss. Typische Einsatzbereiche sind Büromöbel, leichte Lagersysteme oder Anwendungen, bei denen Bauraum und Kosten im Vordergrund stehen. Im Zweifel empfehlen wir, den Vollauszug zu bevorzugen, da er mehr Flexibilität bietet, ohne nennenswerte Nachteile bei der Tragfähigkeit mit sich zu bringen.

Welche Tragkräfte haben Vollauszüge und Teilauszüge?

Sowohl Vollauszüge als auch Teilauszüge sind in einem breiten Tragkraftspektrum erhältlich. Kugelgelagerte Teleskopschienen decken Lasten von wenigen Kilogramm bis hin zu mehreren Tonnen ab. Entscheidend für die Tragkraft sind Schienenmaterial, Profilgeometrie, Schienenlänge und die Anzahl der Kugeln im Führungssystem.

Das verfügbare Produktspektrum reicht von Serien für leichte bis mittlere Lasten bis 50 kg pro Paar über Ausführungen für mittlere bis hohe Lasten bis 100 kg pro Paar bis hin zu Schwerlastausführungen bis 230 kg pro Paar. Für besonders anspruchsvolle industrielle Anwendungen sind Teleskopschienen mit Tragkräften bis zu 2.500 kg erhältlich. Grundsätzlich gilt: Teilauszüge können bei gleicher Bauform oft etwas höhere Lasten tragen, da der Hebelarm im nicht vollständig ausgezogenen Zustand kürzer ist. Beim Vollauszug muss die Konstruktion die Last auch bei maximalem Hub sicher führen.

Welche Werkstoffe sind für Teleskopschienen erhältlich?

Teleskopschienen sind in drei Hauptwerkstoffen erhältlich: verzinkter Stahl, Aluminium und Edelstahl. Jeder Werkstoff hat spezifische Stärken, die ihn für bestimmte Einsatzbereiche besonders geeignet machen.

  • Verzinkter Stahl: Der klassische Werkstoff für industrielle Standardanwendungen. Er bietet ein gutes Verhältnis aus Tragkraft, Steifigkeit und Kosten und eignet sich für trockene bis leicht feuchte Umgebungen.
  • Aluminium: Leicht und korrosionsbeständig, ideal für mobile Anwendungen wie Fahrzeugausbauten oder tragbare Geräte, bei denen das Eigengewicht eine Rolle spielt.
  • Edelstahl: Der bevorzugte Werkstoff für hygienisch sensible oder feuchte Umgebungen. Edelstahl-Teleskopschienen sind korrosionsbeständig und leicht zu reinigen, was sie zur ersten Wahl in der Medizintechnik, Lebensmittelverarbeitung, Gastronomie, in Laboren und in maritimen Anwendungen macht.

Die Wahl des Werkstoffs sollte immer auf Basis der tatsächlichen Umgebungsbedingungen getroffen werden. Eine Edelstahlschiene in einer trockenen Werkstatt ist selten notwendig, während eine verzinkte Schiene in einem Reinraum schnell an ihre Grenzen stößt.

Welche Fehler sollte man bei der Auswahl von Teleskopschienen vermeiden?

Der häufigste Fehler bei der Auswahl von Teleskopschienen ist die Unterschätzung der tatsächlichen Betriebslast. Viele Anwender orientieren sich am statischen Gewicht des Inhalts, vergessen aber dynamische Kräfte durch Beschleunigung, Vibration oder unsymmetrische Beladung, die die Schiene im Betrieb deutlich stärker belasten können.

Weitere typische Fehler sind:

  • Falscher Werkstoff für die Umgebung: Verzinkter Stahl in feuchter oder aggressiver Umgebung führt zu Korrosion und Funktionsausfall.
  • Zu kurze Einbaulänge: Eine zu kurze Schiene vergrößert den Hebelarm und reduziert die effektive Tragkraft erheblich.
  • Keine Berücksichtigung von Zusatzfunktionen: Dämpfung, Verriegelung oder Selbsteinzug sind keine Luxusfunktionen, sondern können in vielen Anwendungen sicherheitsrelevant sein.
  • Teilauszug gewählt, obwohl Vollauszug benötigt wird: Wer später merkt, dass der Zugang zum hinteren Bereich fehlt, muss die gesamte Konstruktion überarbeiten.

Wer diese Punkte von Anfang an berücksichtigt und im Zweifel auf die Erfahrung eines spezialisierten Herstellers zurückgreift, legt den Grundstein für eine langlebige und zuverlässige Auszugslösung.

Wie SCHOCK® Group bei der Wahl der richtigen Teleskopschiene hilft

Die Entscheidung zwischen Vollauszug und Teilauszug hängt von vielen Faktoren ab – von der Betriebslast über den verfügbaren Bauraum bis hin zu den Umgebungsbedingungen. Bei SCHOCK® bieten wir nicht nur ein breites Produktprogramm, sondern auch die Fachkompetenz, um gemeinsam mit Ihnen die optimale Lösung zu entwickeln.

  • Umfassendes Sortiment: Von leichten Standardschienen bis hin zu Schwerlastlösungen mit bis zu 2.500 kg Tragkraft – in verzinktem Stahl, Aluminium und Edelstahl.
  • Vollauszüge und Teilauszüge: Beide Auszugsarten sind in zahlreichen Längen, Tragklassen und Ausführungen verfügbar, inklusive optionaler Zusatzfunktionen wie Dämpfung, Verriegelung und Selbsteinzug.
  • Individuelle Beratung: Wir analysieren Ihre spezifischen Anforderungen und empfehlen die passende Schienenlösung – damit Sie von Anfang an die richtige Wahl treffen.
  • Sonderanfertigungen: Für Anwendungen, bei denen Standardlösungen nicht ausreichen, entwickeln wir kundenspezifische Teleskopschienen nach Maß.

Vermeiden Sie kostspielige Fehlentscheidungen und setzen Sie auf bewährte Expertise: Kontaktieren Sie SCHOCK® jetzt und lassen Sie sich unverbindlich beraten – für eine Auszugslösung, die zuverlässig funktioniert.

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