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Teilauszug, Vollauszug, Überauszug – welcher Auszugstyp passt zu welcher Anwendung?

Sebastian Jurek ·
Paar Unterflur-Teleskopschienen aus Stahl mit Soft-Close und Montagewinkel für Schubladen

Wer Teleskopschienen für eine neue Anwendung auswählt, stößt schnell auf drei Begriffe: Teilauszug, Vollauszug und Überauszug. Auf den ersten Blick klingen sie ähnlich, doch technisch und funktional unterscheiden sie sich deutlich. Die richtige Wahl hängt davon ab, wie weit das Schubfach oder die Lade geöffnet werden soll und wie gut der Inhalt dabei zugänglich sein muss.

Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die drei Auszugstypen, damit Sie schnell und sicher die passende Lösung für Ihre Anwendung finden.

Was sind Teilauszug, Vollauszug und Überauszug?

Teilauszug, Vollauszug und Überauszug sind die drei grundlegenden Typen kugelgelagerter Teleskopschienen. Sie unterscheiden sich darin, wie weit sich die innere Schiene aus der äußeren herausziehen lässt, also welcher Anteil des Innenraums beim Öffnen zugänglich wird.

Allen drei Typen gemeinsam ist das Grundprinzip: Zwei oder mehr ineinandergreifende Schienenprofile gleiten über Kugellager präzise und leichtgängig auseinander. Was sich unterscheidet, ist der sogenannte Auszugsweg, also wie weit die innere Schiene relativ zur äußeren herausgezogen werden kann. Dieser Wert bestimmt maßgeblich, für welche Anwendungen ein Typ geeignet ist.

Wie unterscheiden sich die drei Auszugstypen technisch?

Der technische Unterschied liegt im Verhältnis von Auszugsweg zu Einbaulänge. Beim Teilauszug beträgt der Auszugsweg weniger als 100 % der Schienenlänge. Beim Vollauszug entspricht er genau 100 %. Beim Überauszug überschreitet er die Einbaulänge, sodass der Inhalt vollständig vor dem Korpus zugänglich wird.

Teilauszug: begrenzter Weg, kompakte Bauweise

Bei einem Teilauszug fährt die innere Schiene nur teilweise aus dem Gehäuse heraus, typischerweise zwischen 60 und 75 % der Schienenlänge. Das bedeutet: Ein Teil des Fachbodens bleibt immer verdeckt. Dafür ist die Konstruktion oft kompakter und kostengünstiger.

Vollauszug: vollständiger Einblick in den Stauraum

Der Vollauszug ermöglicht es, den gesamten Inhalt eines Fachs einzusehen und zu erreichen, ohne dass etwas hinter dem Korpus verborgen bleibt. Der Auszugsweg entspricht der Einbaulänge der Schiene, was in den meisten industriellen und handwerklichen Anwendungen die bevorzugte Lösung ist.

Überauszug: mehr als 100 % Auszugsweg

Der Überauszug geht noch weiter. Die innere Schiene fährt vollständig über die äußere hinaus, sodass der Fachboden komplett freigelegt wird und sogar über den Rand des Korpus hinausragt. Das ist besonders dann relevant, wenn schwere oder sperrige Teile entnommen werden müssen oder wenn der Zugang von oben wichtig ist.

Wann ist ein Teilauszug die richtige Wahl?

Ein Teilauszug ist die richtige Wahl, wenn der vollständige Zugang zum Fachinhalt nicht erforderlich ist, der Bauraum begrenzt ist oder eine einfachere, leichtere Konstruktion ausreicht. Er eignet sich für Anwendungen, bei denen nur der vordere Bereich eines Fachs regelmäßig genutzt wird.

Typische Einsatzbereiche für Teilauszüge sind leichte Büromöbel, einfache Schubladen in Lagersystemen oder Anwendungen, bei denen der Stauraum zwar geöffnet, aber nicht vollständig eingesehen werden muss. Weil der Auszugsweg kürzer ist, bleibt die Konstruktion in der Regel schlanker und das Gewicht der Schiene selbst geringer. Das kann bei Anwendungen mit vielen Schubfächern übereinander ein relevanter Faktor sein.

Für welche Anwendungen eignet sich ein Vollauszug?

Ein Vollauszug eignet sich für alle Anwendungen, bei denen der gesamte Fachinhalt sichtbar und erreichbar sein muss. Das ist in industriellen und handwerklichen Umgebungen der häufigste Bedarf, zum Beispiel bei Werkstattwagen, Servicemöbeln, Maschinenverkleidungen oder Fahrzeugeinbauten.

Vollauszüge sind vielseitig und decken ein breites Spektrum an Tragkräften ab. Sie ermöglichen eine effiziente Nutzung des Stauraums, weil nichts hinter dem Korpus verborgen bleibt. Für Maschinenbauer, Fahrzeugausrüster und Betriebe im Anlagen- und Sonderbau ist der Vollauszug oft die erste Wahl, weil er Zugänglichkeit und Stabilität gut miteinander verbindet. Auch in hygienisch sensiblen Bereichen wie der Lebensmittelverarbeitung oder der Medizintechnik ist der vollständige Zugang zum Fachinhalt oft eine Anforderung, die der Vollauszug zuverlässig erfüllt.

Wann brauche ich einen Überauszug?

Einen Überauszug brauchen Sie dann, wenn der Inhalt eines Fachs vollständig aus dem Korpus herausgezogen werden muss, also wenn der Fachboden über den vorderen Rand des Gehäuses hinausfahren soll. Das ist relevant bei schweren Lasten, die von oben entnommen werden, oder bei tiefen Schränken, bei denen der hintere Bereich sonst nicht erreichbar wäre.

Überauszüge sind besonders in der Industrie gefragt, zum Beispiel bei Serverschränken, Maschinengestellen, Laborgeräten oder Schaltschränken, bei denen Einbauten vollständig zugänglich sein müssen, ohne das gesamte Gerät zu bewegen. Auch bei Fahrzeugen, etwa Einsatzfahrzeugen oder Servicefahrzeugen, ermöglicht der Überauszug, Ausrüstung sicher und ergonomisch zu entnehmen. Bei bestimmungsgemäßem Einbau gemäß den Montageangaben können Überauszüge auch bei hohen Tragkräften zuverlässig eingesetzt werden.

Welcher Auszugstyp ist der richtige für meine Anwendung?

Die Wahl des richtigen Auszugstyps hängt von drei Kernfragen ab: Wie weit muss der Inhalt zugänglich sein? Welche Last wird die Schiene tragen? Und welcher Bauraum steht zur Verfügung?

Eine einfache Orientierung:

  • Teilauszug: Wenn nur ein Teil des Fachinhalts regelmäßig genutzt wird und Bauraum oder Gewicht eine Rolle spielen.
  • Vollauszug: Wenn der gesamte Fachinhalt sichtbar und erreichbar sein muss, was in den meisten industriellen Anwendungen der Fall ist.
  • Überauszug: Wenn der Fachboden vollständig vor den Korpus fahren muss, zum Beispiel bei tiefen Einbauten oder schweren Lasten, die von oben entnommen werden.

Neben dem Auszugsweg spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle: der Werkstoff (verzinkter Stahl, Aluminium oder Edelstahl je nach Umgebungsbedingungen), Zusatzfunktionen wie Dämpfung und Verriegelung sowie die Einbausituation. Bei Anwendungen in feuchten oder hygienisch sensiblen Bereichen ist die Wahl des geeigneten Werkstoffs und der passenden Oberfläche besonders relevant. Und bei sehr hohen Tragkräften sollte die Schiene immer bei bestimmungsgemäßem Einbau gemäß den Montageangaben des Herstellers verwendet werden, um die angegebenen Werte sicher zu erreichen.

Wie SCHOCK® Sie bei der Auswahl der richtigen Teleskopschiene unterstützt

Wir bei SCHOCK® bieten Ihnen ein breites Sortiment an kugelgelagerten Teleskopschienen „Made in Europe“, das alle drei Auszugstypen abdeckt. Egal, ob Sie einen Teilauszug für eine einfache Schublade, einen Vollauszug für einen Werkstattwagen oder einen Überauszug für einen Schaltschrank suchen: Wir haben die passende Lösung. Unser Programm umfasst:

  • Schienen für leichte bis mittlere Lasten sowie Schwerlastausführungen mit Tragkräften bis 2.500 kg bei bestimmungsgemäßem Einbau gemäß Montageangaben
  • Schienenlängen bis 3.000 mm für außergewöhnliche Einbausituationen
  • Werkstoffe wie verzinkter Stahl, Aluminium und Edelstahl für unterschiedliche Umgebungsanforderungen
  • Smarte Zusatzfunktionen wie Dämpfung und Verriegelung für mehr Komfort und Sicherheit
  • OEM-Lösungen und maßgeschneiderte Ausführungen für spezifische Anforderungen im Anlagen- und Sonderbau

Sprechen Sie uns an. Unser Team hilft Ihnen, den richtigen Auszugstyp für Ihre konkrete Anwendung zu finden, und berät Sie zu Werkstoff, Tragkraft und Zusatzfunktionen.

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